'Penta' stammt aus dem Griechischen und heisst 'Fünf'. Pentatonik heisst also wörtlich 'Fünf Töne'. Das ist insofern bemerkenswert, als dass normalerweise eine Tonleiter sieben Töne hat. Im Vergleich mit einer normalen Dur- oder Moll-Tonleiter fehlen der Pentatonik-Tonleiter also zwei Töne. Als Gitarrist ist der Ansatz meist ein umgekehrter: Wir starten mit der Pentatonik und fügen bei Bedarf weitere Töne dazu. Auf diese Weise gehen wir immer von etwas einfachem und bekanntem aus und können so sehr einfach eine Dur oder Moll-Tonleiter ableiten. Der Vorteil der Pentatonik zeigt sich vor allem bei einer freien Improvisation - es werden keine Leittöne gespielt, die als Schlusston eines Licks sehr unpassend, ja sogar als dissonant, empfunden würden. Oder schlicht ausgedrückt, man kann sich an der Gitarre ohne weitergehende Kenntnisse aus der Harmonielehre nach herzenslust austoben, und es wird trotzdem immer gut klingen.
Auf folgenden zwei PDFs findest du alle fünf Lagen der Pentatonik: einmal für Moll und einmal für Dur. Die Beispiele haben als Grundton 'Fis', können aber durch Verschieben entlang des Griffbrettes für jeden beliebigen Grundton transponiert werden. Du musst nur die weissen Punkte auf den gewünschten Grundton platzieren. Das ist eine der angenehmen Symmetrien der Gitarre: was als Griff oder Tonleiter im zweiten Bund funktioniert, funktioniert genauso gut auch im fünften oder vierzehnten Bund - ohne die Position der Töne zueinander verändern zu müssen.
Folgendes Vorgehen empfehle ich für ein spielerisches Erlernen der Tonleitern:
Als Beispiel habe ich dir hier einen Backing-Track in A-Moll verlinkt. Verschiebe also die Lagen der Fis-Moll-Pentatonik aus den Beispiel-PDFs so, dass die (weissen) Grundtöne durch A gehen. Für die erste Lage heisst das zum Beispiel, dass sie nun im fünften Bund gespielt wird. Siehe Abbildung.

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